Rock'n'Roll

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aktualisiert am 08 August 2008





Autor : Nine
Genre : Drama
Kategorie: Musik || PANIK



Zeiten ändern sich , oder ?!

Alles nur ein Spiel ?!
Chapter 1°


~Flashback~

„Party like a rock, party like a rockstar totally duude“ ,tönte es lauthals aus Timo´s neuer Anlage die er heute zu seinem 16‘ten Geburtstag von seinen Eltern bekommen hatte. Die Party war bereits in vollem Gange, immer mehr Leute lungernten in dem großen Party Keller herum. Timo, der bereits ziemlich angetrunken war, quetschte sich durch die Menge, viele Gesichter in die er blickte, kannte er gar nicht. „DAVID! Ich hab mich verlaufeeen .. wo bist du?``, seuselnt suchte er nach seinem Freund. Dieser hockte mit den anderen Jungs, Jan, Juri, Frank und Linke, gechillt auf dem Sofa. Auch sie waren alle gut dabei und hatten schon einige Drinks gekippt. Endlich hatte Timo sie entdeckt und stolperte auf sie zu. Grinsend schmiss er sich zu ihnen auf die kleine Couch, die ein verdächtiges Knartschen von sich gab.
„Sag mal..“, Jan zog an seiner Zigarette und formte kurz darauf Kreise aus dem Qualm „ haste Amy schon gesehen ?“
Timo setzte sein Glas zu einem neuen Schluck an, überlegte kurz und schüttelte dann mit seinem Kopf.
„ Na hey, dann verpasste aber was, ey aber alta wenigtens heute musste sie rum kriegen, dein Geburtstag man!“, grinste Jan und blinzelte zu Timo. „Hat sie dich immer noch nicht rangelassen ?“, kam es dann aus Linke´s Richtung, der sich darüber bereits köstlich amüsierte und Timo daraufhin mit aufzog.
„ Ah komm halt´s Maul, weißte was ? Ich wette mit dir, dass ich sie heute knack!“ Auf Timo´s Gesicht bildete sich ein siegessicheres Grinsen. Linke musste nicht lange überlegen und stimmte mit ein. „Wenn du´s schaffst, dann zahl ich den ganzen nächsten Monat deine Drinks, mhh und wenn nicht dann halt umgekehrt .. ah und du musst den Losertanz für mich tanzen.“ Grinsend formte er ein „L“ mit seinen Fingern und führte diese an seine Stirn. „ Na dann spar schonmal kleiner!`, neckte Timo ihn darauf und stand auf. Sein Blick wanderte durch die Menge. Bis er endlich die hübsche brünette entdeckte. „Macht Platz für den King!` Somit machte er sich auf den Weg zu ihr, auf den Weg dort hin ließ er noch einen Drink mitgehen. Amy amüsierte sich gerade mit ein paar anderen Leuten. „Na hallo, wen haben wir denn da?!`, grinste Timo sie schief an und reichte ihr den Drink. Die beiden kannten sich bereits seid dem Kindergarten, besuchten auch die nächsten weiteren Schulen, hatten sich also ziemlich gut angefreundet. Jedoch hatte Timo schon etwas länger ein Auge auf sie geworfen. Eine Beziehung? Nein! Er wollte sie einzig und allein ins Bett kriegen. Aber jedes mal wenn er ihr etwas näher kam, blockte sie ab. Warum wusste er nicht, er wusste nur, dass er nicht aufhören würde mit seinen Versuchen sie rumzukriegen. Amy blockte ihn jedoch nicht ab, weil sie ihn nicht mochte oder nicht ansprechend fand, im Gegenteil. Sie schaut ihn mit hoch gezogener Augenbraue an, lehnte das Glas ab, umarmte ihn stattdessen. „Alles gute ...“, sie löste sich wieder und schenkte ihm ein Lächeln. „Ja ja ..“, dachte er sich nur, griff nach ihrer Hand und zog sie mit, raus aus dem Keller, hoch ins Wohnzimmer. Dort chillte er sich auf‘s Sofa und zog sie auf seinen Schoß. „Und ? Was haste für mich ?“ Ein Grinsen schmückte sein Gesicht. Amy hingegen schaute ihn skeptisch an. „Ich .. ich denk nicht, dass ich´s dir jetzt ehm .. geben sollte.`, schmunzelte sie und kaute auf ihrer Unterlippe. Sein Blick machte sie völlig nervös. „Och .. wieso denn das ?`, wollte er von ihr wissen „ aber ich weiß womit ich zufrieden wäre..“. Murmelnt beugte er sich etwas vor und begann ihren Hals zu küssen. „Timo ... nicht..“, eigentlich wollte sie den Satz eher bestimmend betonen, dies gelang ihr jedoch nicht. Stattdessen legte sie ihren Kopf leicht in den Nacken und genoss seine Nähe. „Timo ich .. ich glaub .. ich hab mich in dich verliebt.“ Schwupps, draußen war es. Sie wusste ganz genau, dass der Moment nicht gerade der beste war, aber sie konnte es ihm einfach nicht mehr verschweigen. Er stoppte mit seinen Küssen und schien nachdenklich, da man deutlich eine Denkfalte an seiner Stirn erkennen konnte. „Wenn ich ihr das selbe sage .. dann lässt sie mich sicherlich ran .. “, überlegte er und grinste daraufhin wieder. „Weißt du was ? Mir gehts doch genauso .. wollte dich damit nur nicht überrumpeln ..“, log er ohne sich etwas anmerken zu lassen. Erstaunt schaute sie ihn an. „Wirklich ?“ Timo nickte, lächelte zuversichtlich und fuhr mit seinen Küssen an ihrem hals fort. Amy war schon klar, dass er betrunken war, sie war einfach zu naiv in diesem Moment, ihr gefiel es einfach so etwas von ihm zu hören, also machte sie sich keine weiteren Gedanken und es passierte schließlich was passieren musste...

Eine Woche später hatte sich Timo immer noch nicht bei Amy gemeldet. Seufzent ließ sie ihren Kopf in ihr Kissen sinken. Was hatte sie sich dabei gedacht ? Sicherlich fühlte sie sich verarscht .. benutzt von ihm. Jedoch waren ihre Gefühle ihm gegenüber zu stark, bis sie schließlich beschloss, aus der Stadt zu verschwinden ..Sie hatte sich vorgenommen ihn zu vergessen und alles was passiert war zu verdrängen ...


~Flashback Ende~

Es läuft nicht alles so, wie man es sich wünscht.
Chapter 2°


Ein Baum reihte sich in sekundenschnelle an den anderen. Seufzend stützte Amy ihren Kopf mit ihrer Hand ab. Es waren gerade mal zwei Wochen vergangen und was war jetzt ? Sie saß schon wieder in dem Zug der sie wieder nach Hause , nach Neumünster, bringen sollte. Nach dem Geschehen auf Timo´s Geburtstag hatte sie gleich am nächsten Tag ihre Koffer gepackt und war zu ihrem Urgroßvater nach Köln gefahren. Sie mochte diesen nie wirklich, aber sie musste einfach weg aus Neumünster. Weg von Timo. Zu ihrem Pech war ihr Großvater bereits ein ziemlich alter Mann, wie sollte es also anders kommen. Am Anfang der zweiten Woche ging es ihm von einer auf die andere Sekunde grotten schlecht. Im Krankenhaus war es dann endgültig vorbei. Amy hingegen war nicht traurig deswegen, sie fühlte eher eine brennende Wut in sich. Wegen ihm musste sie jetzt wieder zurück. Alles würde wieder hochkommen .. und wie sollte sie Timo vergessen, wenn er ihr andauernd über den Weg laufen würde?! Andere würden sagen es wäre kalt wie Amy dachte, sie sah das jedoch anders.
Also beobachtete sie gelangweilt weiter die Landschaft die an ihr vorbei rauschte.

Timo hockte in seinem Zimmer, seine HipHop Musik bis zum geht nicht mehr aufgedreht. Die Wette hatte er natürlich vor zwei Wochen gewonnen, natürlich hielt er sich in den Bars mit seinem Durst jetzt nicht mehr zurück, schließlich sollte Linke sehen was er davon hatte. Als Timo daran dachte huschte ihm ein Grinsen übers Gesicht. Amy hatte er bis zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon abgeschrieben gehabt. Nach der Nacht hatte er sich bei ihren Eltern gemeldet, als diese meinten sie sei zu ihrem Großvater nach Köln gefahren, sah er keinen Grund mehr sich zu melden oder ähnliches.
Schließlich hatte er das gekriegt was er wollte. Gerade als er seine Augen schloss, klopfte es an seiner Tür. Er ließ eine genervtes Stöhnen ab, stand auf und drehte den Schlüssel in seinem Türschloss herum. Diese öffnete er leicht und schaute daraufhin in das Gesicht seiner Mutter.
„ Ich hab dir schon tausend mal gesagt, dass du diese komische Musik nicht so laut machen sollst!“
Timo winkte nur ab und drehte die Musik leiser. „Was ist denn ?“ , wieder wendete er sich seiner Mutter zu.
„ Ich gehe jetzt arbeiten, also pass auf deine kleinen Geschwister auf, ich will nicht, dass es hier wieder so aussieht als hätte ein Blitz eingeschlagen!“ Augenrollend nickte Timo leicht. „ Du weißt doch .. wir haben es im Moment nicht leicht, also bitte, ich brauche deine Hilfe doch ..“, meinte seine Mutter nun wieder mit ihrer ach so bemitleidenden Stimme, wie sie es jedes mal tat, wenn Timo genervt von der Situation war. „ Oah ja ich weiß doch, also, zisch ruhig ab, von allein kommt das Geld auch nicht nach Hause.“

„Monti“, murmelte Amy leise, als sie den Namen auf ihrem Display wahr nahm. So hatte sie Timo früher immer genannt, er mochte das überhaupt nicht, jedoch war das für sie kein Grund ihn deswegen nicht mehr so zu nennen. Ein leichtes Grinsen brachte sie zu Stande.
Die Freundschaft zwischen den beiden war eigentlich immer ziemlich eng gewesen. Leider wurde sie immer brüchiger, um so älter die beiden wurden. Dieses nahm Amy ziemlich mit, sie versuchte immer nur positiv zu denken, jedoch als sie bemerkte, dass sich in ihr ein Gefühl ausbreitete, auch Liebe genannt, war es ganz vorbei, sie fing an jeden näheren Kontakt mit ihm zu vermeiden. Wieder seufzte sie und überlegte ob sie ihm schreiben sollte. Sie war sich bisher zu stolz gewesen um sich als erstes bei ihm zu melden, also ließ sie es bleiben. Was sie jedoch bisher immer noch nicht verstanden hatte war, warum er sie angelogen hatte, ihr gesagt hatte, dass er doch genauso fühlt. Klar hatte sie die Vermutung, dass er sie nur rumkriegen wollte, das wollte sie aber eher nicht wahr haben, sie wusste auch, dass er sozusagen einer der Player überhaupt an der Schule war, aber sie sah ihn eigentlich nie als einen an. Vielleicht war es auch einfach die rosa rote Brille die sie die ganze Zeit anscheinend getragen hatte. Kopfschüttelnd steckte sie ihr Handy weg, wendete sich dem schlafenden Jungen zu, der ihr gegenüber saß. Gab sicherlich interessanteres als einen fremden Jungen beim Schlafen zuzusehen, aber was solls.

„TIMOO, ich falle gleich!“ schrie der kleine, ebenfalls braunhaarige Junge, der ziemlich hoch auf das Klettergerüst geklettert war. Timo jedoch war gerade dabei beide seiner kleinen Geschwister beim schaukeln anzuschubsen. Leicht überfordert blickte er zu Bastian rüber.
„Was kletterst du denn auch soweit hoch wenn du..“ er unterbrach seinen Satz, da Basti leichte Andeutungen machte, einfach hinunter zu springen. Schnell rannte Timo zu dem Gerüst rüber und kletterte zu ihm hoch. „Mach das nicht man, ich bin doch schon da.. komm her.“ Somit hatte er ihn gerade noch gepackt und herunter geholt. Seitdem Tod seines Vaters fand er, dass seine Mutter nun ihn in diese Rolle drängte. Sie musste jeden tag arbeiten, was somit hieß, dass Timo sich die meißte Zeit um seine drei kleinen Geschwister kümmern musste. Er machte es zwar nicht gern, aber was sollte er sonst tun ?! Irgendwie musste das Geld ja heran geholt werden. Dieses war nur leider auch nicht gerade eine Menge. Sie kamen gerade damit aus, um sich die wichtigsten Dinge zu kaufen. Timo hingegen regte sich jedes mal wieder darüber auf, dass er sich so gut wie nichts leisten konnte, aber nur in seinen Gedanken, irgendwie wollte er seiner Mutter natürlich nicht weh tun. Sie versuchte ja schon alles, damit es ihren Kindern einigermaßen gut ging. Die Musikanlage die er dieses Jahr bekommen hatte, war eine Ausnahme gewesen. Immerhin war seine alte total im Arsch und vor kurzer Zeit hatten sie auch noch eine ´´Babysitterin´´ also konnte Timo selbst auch einen kleinen Nebenjob annehmen um wenigstens etwas zu der Anlage hinzuzusteuern. Den Job musste er jedoch aufgeben, als sie erfuhren, dass ihre Babysitterin wegzog. Bisher hatten sie auch keine neue gefunden, na ja und deswegen hatten sie es jetzt aufgegeben. Timo setzte sich in den Sand und schaute den dreien beim spielen zu. Wie gern würde er einfach ein ganz normales Leben führen..
Doch nicht all zu schlimm.
Chapter 3°



Amy stöhnte auf und blieb kurz stehen. "Scheiß Koffer..``, murmelte sie und setzte sich nun auf diesen.
Sie zückte ihr Handy hervor und rief Zuhause an. Warum sollte sie laufen? Ihr Vater konnte sie jawohl auch abholen. Einige Zeit später fuhr ein Auto vor, hastig stand Amy von ihrem Koffer auf und stieg ein. Schweigend blickte sie die ganze Fahrt über aus dem Fenster. Bis sie bemerkte, dass das Auto zum stehen gekommen war. Doch wo waren sie ? Das war eindeutig nicht ihr Haus. Als sie ausstieg staunte sie nicht schlecht, da stand sie nun, mit ihren Eltern vor einem wirklich großem, schönem Haus. Haus? Villa konnte man eigentlich schon sagen. "Was machen wir hier?`` Mit großen Augen schaute sie ihren Vater an. Dieser begann zu lächeln. "Ich glaub es selber kaum, aber unser Großvater hat uns diese Villa vererbt, das heißt, das ist nun unser neues Zuhause.`` Neues Zuhause? Dieses Haus? Wieder wanderte ihr Blick zu der Villa. Sie musste sich echt beherrschen, dass ihr Mund nicht vor Begeisterung offen stand.

"Jetzt kommt doch endlich.. es sieht nach Regen aus und ich hab keine Lust...``, wieder unterbrach Timo seufzend seinen Satz, wie schon die anderen Male zuvor. Wozu sollte er reden, wenn ihm keiner der Kleinen Racker zuhörte? Er wollte gerade damit beginnen alle drei einzeln einzufangen, als er David vom weitem kommen sah. "Meine Rettung..``, nuschelte er und begann zu grinsen. "Na du? Wieder in die Rolle des Papi's geschlüpft?``, lächelnd umarmte David seinen Kumpel. "Ja ja, wie immer weißte doch..`` Leicht bemitleidend blickte Timo ihn an. David war der einzige seiner Freunde, abgesehen von Amy, der Bescheid wusste. Der wusste, dass Timo nicht so wenig Zeit hatte wegen seiner Band, die nur aus der Luft gegriffen war und gar nicht existierte, sondern wegen seinen kleineren Geschwistern. Auch, dass sie nicht viel Geld hatten und nur gerade so über die Runden kamen, wusste David. In der Schule hielten natürlich beide dicht, keiner der andern Jungs sollte erfahren wie's eigentlich aussah. Timo war es nicht peinlich nein, jedoch hatte er sich seinen Ruf an der Schule nicht umsonst ergattert, diesen wollte er nicht durch so etwas sausen lassen. Für alle anderen war er immer nur der Coole, Checker, Player, usw. Ganz tief im inneren wusste er, dass er eigentlich einzig und allein davor Angst hatte, zu einem Opfer der anderen zu werden, indem sie ihn damit aufziehen würden. Diese Angst verdrängte er aber immer mit Erfolg und überspielte sie mit seiner lässigen Art.
Timo war gerade in Gedanken, als David ihn daraus riss. "Wie wäre es mit Pizza?``, fragte er etwas lauter, damit auch die kleinen es mitbekamen. In wenigen Sekunden standen sie alle drei vor Ihnen.
Ein breites Grinsen umspielte jedes einzelne Gesicht. "Pizzaaaaaaa``, Lena hüpfte auf und ab vor Freude. Timo's Blick wanderte zu David. "Ich hab nicht soviel Geld..``, murmelte er und man sah, dass es ihm unangenehm war. David winkte lächelnd ab. "Ich lad euch ein.. und jetzt keine Widerrede!`` Er zwinkerte Timo, der ihn dankbar ansah, zu. Somit machten sich die fünf auf den Weg.

"DAS wird MEIN Zimmer!!!`` stellte Amy gleich fest, als sie das riesen Zimmer betrat. Es war ziemlich hell, da durch ein ziemlich großem Fenster das Licht von draußen rein schien. Grinsend öffnete sie die Tür, die raus zu einem kleinen Balkon führte. Sie ließ ihren Blick umher schweifen. Direkt hinter dem Haus, begann ein kleiner Wald, also hatte sie Ausblick auf die ganzen Bäume. Das war erst der Anfang, dachte sie sich grinsend. Das mit Timo würde sie auch noch geregelt bekommen und dann würde alles gut werden. Überzeugt nickte sie, verschwand jedoch wieder rein, als sie einen Regentropfen auf ihrer Nase vernahm. Drinnen setzte sie sich mitten in den leeren Raum und blickte an die Wände. Rot, Gelb oder doch Orange? Dass sie das Zimmer selbst streichen würde, hatte sie sich bereits in den Kopf gesetzt. Sie machte sich noch ein paar Gedanken, bis sie all ihren Mut zusammen nahm und Timo jetzt doch eine Sms schrieb.

Timo stopfte sich gerade das letzte Stück seiner Pizza in den Mund, als er sein Handy bemerkte, dass in seiner Hosentasche anfing zu vibrieren. Hastig putzte er sich seine Finger an einem Tuch ab und kramte es hervor.

"Hey Timo!
Was soll ich sagen..
Ich finds eigentlich ziemlich feige von dir,
dass du dich nicht mehr bei mir gemeldet hast.
Ich will jetzt endlich wissen was Sache ist, hast du jetzt vielleicht Zeit?
Ich bin wieder in der Stadt und würd das gern so schnell wie möglichst
aus der Welt schaffen!
Komm einfach in 10 Minuten in den Park!
Amy``


Sie war also wieder da. Kaum hatte Timo den letzten Satz zu Ende gelesen, hatte er bereits eine Idee wie er sich daraus reden konnte. Er steckte das Handy wieder weg und schaute zu David. "Sag mal kannst mir mit bitte einen Gefallen tun und kurz auf die Kinder aufpassen?`` er setzte seinen flehenden Blick auf, stand bereits auf. David schaute ihn an, dann die Kinder, wieder zu ihm. Ein Nicken. "Klar, wohin gehts denn?``, Timo erklärte ihm kurz alles und machte sich dann auf den Weg.

Amy saß bereits auf der Schaukel im Park und machte mit den Füßen leichten Anschwung. Sie wollte jetzt gleich nur eine bestimmte Sache von Timo hören, mehr nicht. Sie würde standhaft bleiben und sich nicht wieder um den Finger wickeln lassen! Hatte sie sich zumindestens vorgenommen.
Als sie jedoch sah wie er lässig auf sie zu kam, begann ihr Herz schon wieder kräftig an zu pochen.
Warum musste er auch so toll sein?, dachte sie sich, schob diesen Gedanken aber gleich wieder beiseite.
Timo setzte sich neben sie auf die zweite Schaukel und schaute sie an. Ein knappes "Hey!`` kam über seine Lippen. Jetzt richtete auch sie ihren Blick auf ihn. "Hi.. also ja red ich mal nicht blöd drum rum. Was sollte die dumme Aktion auf deinem Geburtstag?? Du.. hast nicht wirklich Gefühle für mich.. oder?``, das Ende des Satzes murmelte sie eher. Timo setzte einen nachdenklichen Blick auf, es sollte ja nicht auffallen, dass er seine Ausrede bereits perfekt geplant hatte.
Nach einer Weile des Schweigens öffnete er seinen Mund und begann zu reden ...
Blind vor Liebe?!
Chapter 4°
„Also.. wie soll ich das sagen..“, er hob seinen Kopf leicht und schaute sie direkt an.
„Es war nicht gelogen,dass ich auch Gefühle für dich hab.. hatte,wie auch immer. Ich glaub einfach ich hab ein bisschen übertrieben in der ganzen Sache,weißt du ich wollte dich nicht verletzten und außerdem war ich ziemlich betrunken in diesem Moment. Ich hab wirklich ein paar Gefühle für dich entwickelt,die vielleicht nichts mehr mit Freundschaft zu tun haben,aber mir ist unsere Freundschaft einfach zu viel wert,dass ich sie wegen so ein paar dummer Gefühle aufs Spiel setzen würde. Und am nächsten Morgen hatte ich ja bei dir Zuhause angerufen,weil ich dir sagen wollte,dass das alles etwas zu überstürzt war,aber als deine Eltern dann meinten du seist einfach weg,dachte ich jetzt hab ich es mir ganz versaut und wollte da auch nicht mehr nach harken.`` Was für ein Roman,dachte sich Timo,war aber stolz alles glaubwürdig rüber gebracht zu haben. Jetzt setzte er noch seinen Dackelblick auf und wartete gespannt auf eine Antwort.
Amy,die ihm die ganze Zeit aufmerksam zugehört hatte,konnte ihm bereits jetzt nicht mehr in die Augen schauen. Sie glaubte ihm natürlich die ganze Geschichte aufs Wort. Jedoch trotzdem leicht geknickt,wischte sie mit ihren Füßen im Sand herum.
„Mhm.. und wie soll es jetzt deiner Meinung nach weiter gehen??``Timo überlegte kurz,zuckte dann mit seinen Schultern. „So wie zuvor?Dass wir einfach ganz normale Freunde sind?“Eigentlich hätte er sie gleich nach seinem Geburtstag abgeschoben,aber da sie die zweite im Bunde war,die wusste wie es hintenherum bei Timo in der Familie aussah,konnte er sie nicht einfach so abschieben und da ihm das bewusst war,versuchte er es einfach so. Würde schon gut gehen,da war er sich sicher. Immerhin glaubte sie ihm so ziemlich alles,was er so gerade aus der Luft griff. Bei diesem Gedanken huschte Timo ein leicht arrogantes Grinsen über die Lippen. Amy hingegen sah man an,dass sie wirklich schwer mit sich zu kämpfen hatte,sie wollte ihn nicht völlig aus ihrem Leben streichen,dass war ihr jetzt klar,wo er neben sie saß. Nach langem hin und her stimmte sie ihm nun zu. Timo,der daraufhin wieder ziemlich fröhlich wirkte,sprang von der Schaukel auf. „Na sauber,dann sehen wir uns morgen in der Schule!“Ein Zwinkern,danach war er auch schon wieder verschwunden. Auch Amy machte sich langsam auf dem Rückweg.
Wieder hatte sie ihm einfach so geglaubt,ohne Hintergedanken. Wieder hatte sie ihm verziehen und wieder konnte sie nicht stur ihm gegenüber bleiben. So gesehen hatte sie also schon wieder verloren,ohne es zu wissen.

Diese verdammten Kinder,dachte sich David,der schon seit mehreren Minuten versuchte sich von dem Seil zu befreien. Jedoch ohne Erfolg. Eigentlich kam er immer ziemlich gut mit den Kindern klar,doch heute war wohl nicht sein Tag. Er hatte nur einen Moment nicht aufgepasst und schon wurde er Geisel der kleinen ''Piraten''. Dementsprechend hockte er jetzt in der Badewanne,die zu seinem Glück nicht gefüllt war,mit einem Springseil gefesselt. Im Mund steckte ihm ein dicker,fetter Apfel. Mittlerweile hatte er jedoch seine Befreiungsversuche aufgegeben,da diese eh nur scheiterten. Timo würde ihm den Kopf abreißen,wenn einem der Kinder etwas passieren würde,genau diese Vermutung hatte er,da er andauernd irgendwelche Dinge auf den Boden scheppern hörte.
„Ich werde hier vergammeln..“,stellte er nach weiteren 20 Minuten fest und seufzte. Jedoch als er die Kleinen lautstark „TIMO“ brüllen hörte,öffnete er hastig wieder seine Augen und versuchte durch komischen Geräuschen sich bemerkbar zu machen.


„Amy jetzt helf doch endlich mal!“,forderte sie ihre Mutter schon zum dritten Male auf. Alle waren fleißig dabei jegliche Kartons,Möbel und andere Dinge reinzutragen. Amy hingegen hatte sich auf die Stufen,die kurz vor dem Eingang der Villa waren,gesetzt. Die Stimme ihrer Mutter ignorierte sie,immerhin hatte sie gerade genug andere Gedanken die in ihrem Kopf herum schwirrten. Jetzt war es also klar,sie musste die Gefühle die sie für Timo hatte,vergessen,verdrängen,hinter sich lassen. Doch wie sollte das gehen. Wieder entfuhr ihr ein Seufzen. Sie müsste sich in seiner Gegenwart doch einfach nur zusammenreißen,konnte doch nicht so schwierig sein. Aber genau ein Satz schwirrte ihr immer und immer wieder durch den Kopf. „ Ich hab wirklich ein paar Gefühle für dich entwickelt,die vielleicht nichts mehr mit Freundschaft zu tun haben.“ Wenn es doch so war,warum gab er diesen nicht einfach eine Chance und ging eine Beziehung mit ihr ein?Das ging einfach nicht in ihren Kopf hinein. Dieses Gespräch hatte sie ziemlich verwirrt. Allgemein Timo's Auftreten verwirrte sie immer wieder. Mal war er wirklich ein richtig guter Freund,doch dann war da auch noch diese Abweisende Seite an ihm. Schweigend blieb sie weiterhin da sitzen und machte sich Gedanken.

„Oh Gott,wenn das Mama sieht..“entfuhr es Timo,als er den Saustall wahrnahm.“Das räumt ihr jetzt sofort wieder auf..und wo ist David? Oah und verdammt jetzt geht endlich von meinen Beinen weg.“Verzweifelt versuchte er Lena und Sarah von seinen Beinen zu schütteln,diese hatten sich verkrampft daran geklettet und grinsten. Timo versuchte eigentlich immer ziemlich streng mit ihnen zu sein,da er nicht als Weichei oder sonstiges da stehen wollte. Ab und an tat es ihm dann aber doch Leid und dann ließ er seine weiche Seite zum Vorschein kommen,dies passierte aber eher selten. Als er es endlich geschafft hatte,die drei dazu zu bekommen aufzuräumen,machte er sich auf die Suche nach David. „Alter..?“
David,der dies natürlich hörte,fing an mit seinen Füßen gegen die Badewannen Innenseite zu treten. Schließlich folgte Timo diesen Geräuschen und bekam einen riesigen Lachanfall,als er seinen Freund gefesselt und mit einem Apfel im Mund in der Badewanne sah. Dieser Anblick war einfach zum schießen. David funkelte Timo böse an und deutete an,dass er ihm lieber helfen sollte,anstatt ihn auszulachen.
Nachdem er endlich wieder frei war,quatschten die beiden noch ein wenig,bis David dann auch ging. Timo machte allen noch etwas zu Essen,bis schließlich Zeit zum schlafen war und er alle Drei in deren Betten brachte. Seine Mutter war immer noch nicht da,wahrscheinlich wieder Überstunden,dachte er sich,als er sich in sein Bett fallen ließ. Sie arbeitete immer ziemlich lange. Einmal kam es sogar vor,dass die erst von der Arbeit kam,als Timo schon wieder aufgestanden war,um in die Schule zu gehen. Ohne weitere Gedanken an das Gespräch von vorhin zu verschwenden,schlief Timo direkt ein.

Auch Amy lag bereits in ihrem Bett. Es war zwar noch nicht alles eingerichtet,aber immerhin die wichtigsten Sachen hatten schon ihren Platz gefunden. Hingegen zu Timo,machte sie sich noch ziemlich viele Gedanken,wie es weiter gehen sollte,wie sie mit ihm umgehen sollte. Sie war wirklich gespannt,wie es morgen in der Schule werden würde,wie er sie behandeln würde. Mit viele Fragen die ihr noch im Kopf herumschwirrten,schlief sie dann auch irgendwann ein.


Fortsetzung folgt ...
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